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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 125 Jahre Automobil und die erste Langstrecke fuhr eine Frau


Blondie
27.01.2011, 17:35
Unser Auto hat Geburtstag und wird 125 Jahre alt

:laola2:


Der 29. Januar 1886 gilt offiziell als Geburtsdatum des Automobils basierend auf der Reichspatentanmeldung Nr. 37 435 von Carl Benz.

Geniale Erfinder des Automobils:
Als einer der Urväter gilt Carl (Karl) Friedrich Michael Benz (1844 - 1929). Ende 1885 machte er im Hof seiner Mannheimer Fabrik die ersten Probefahrten mit seinem knatternden Einzylinder-Motorwagen. Das Patent für sein benzingetriebenes Dreirad meldete er dann am 29.01.1886 an. Und ausgerechnet eine Frau - nämlich seine Ehefrau Cäcilie Bertha Benz (1849 - 1944) - fuhr die erste Langstrecke in der Geschichte des Automobils von Mannheim nach Pforzheim. Später warb Benz mit dem Slogan "Vollständiger Ersatz für Wagen mit Pferden" für seine Erfindung.

Ein weiterer Schöpfer des Automobils war Gottlieb Daimler (1834 - 1900). Seine Vision waren kleine, leichte Motoren, die Menschen und Waren transportieren sollten. Er erfand zusammen mit seinem Konstrukteur Wilhelm Maybach einen Motor mit Glührohrzündung. Das erste Vierradautomobil der Welt war eine Kutsche, in die Daimler einen 1-PS-Antrieb einbaute und immerhin fuhr sie stolze 18 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.

Die zündende Idee schlechthin hatte der geniale Autodidakt Nicolaus August Otto (1832 - 1891). Er verdichtete ein Gas-Luft-Gemisch und erfand so den "Ottomotor", den er für das Kleingewerbe entwickelt hat. Schon sehr bald nach dieser Erfindung gründete er im Jahre 1864 die erste Motorenfirma der Welt in der Stadt Köln. 12 Jahre später (1876) gelang ihm der große Durchbruch mit der Konstruktion eines Viertaktmotors.

Seine Erfindung revolutionierte Industrie und Verkehr: Der Ingenieur Rudolf Christian Karl Diesel (1858 - 1913) schloss im Jahre 1897 seine Tüfteleien an seiner "rationellen Wärmekraftmaschine" offiziell ab und stellte den "Dieselmotor" vor. Er hatte sein Ziel, Luft im Motorenbrennraum so großem Druck auszusetzen, dass sich der Kraftstoff von selbst entzündet, erreicht.

Henry Ford (1863 - 1947) hob sich deutlich von der Konkurrenz ab, indem er günstige Autos für den Massenmarkt baute und keine Luxuskarossen. Zwar machte er mit seiner ersten Autofirma pleite, aber mit der zweiten ging er in die Industriegeschichte ein. Innerhalb von 19 Jahren (1908 - 1927) verkaufte sich sein Modell "T" ("Tin Lizzie") mehr als 15 Millionen Mal. Seinen großen Durchbruch verdankt Ford seiner Entscheidung, als erster die Fließbandarbeit einzuführen. Er sparte bei der Montage über 10 Stunden an Arbeitszeit pro Modell "T" ein. Anstatt 12 Stunden benötigte man jetzt nur noch 1,5 Stunden.

Den Grundstein, einmal zum weltgrößten Autozulieferer zu werden, legte im Jahre 1897 Robert Bosch (1861 - 1942). In seiner Werkstätte in Stuttgart gelang es ihm, einen Magnetzündapparat an einen Kraftfahrzeugmotor anzupassen, was zur Folge hatte, dass er mit einem elektrischen Funken das Gasgemisch in einem stationären Verbrennungsmotor zur Explosion bringen konnte.

Den kometenhaften Aufstieg der schwäbischen Automarke VW nach dem zweiten Weltkrieg hat Ferdinand Porsche (1875 - 1951) eingeleitet. Die technischen Vorarbeiten zur Entwicklung des deutschen Wirtschaftswunders "VW-Käfer" sind sein Werk. Die Rekord-Verkaufszahlen von Ford´s Modell "T" wurden später weit übertroffen - weltweit wurden ca. 21,5 Millionen VW-Käfer produziert und verkauft.

Kultauto "Trabi"
Die VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau produzierten von 1957 - 1991 mehr als 3 Millionen Trabanten. Der Name "Trabant" ist übrigens das Ergebnis einer Umfrage und bedeutet "Begleiter". Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Osten fast kein Material und nur sehr wenige Produktionsstätten. Also faßte das Politbüro im Jahre 1954 den Entschluss, einen robusten Kleinwagen produzieren zu lassen. Als Material für die Außenhaut des Trabi verwendete man baumwollverstärktes Phenoplast. Und immerhin 18 PS brachte der 500 Kubikzentimeter große Zweitakt-Drehschiebermotor an Leistung. Man sagt, der Trabi wurde zum Sinnbild für die stagnierte Wirtschaft der DDR, da die politische Führung ein neues Modell offensichtlich verhinderte. Im Jahre 2010 waren noch ca. 35.000 Trabis registriert.

Wichtige Daten in der Geschichte des Automobils
1886 - Patent für benzingetriebenes Fahrzeug mit Viertaktmotor (Benz)
1900 - Allradantrieb (Porsche)
1913 - Fließbandproduktion in den USA (Ford)
1924 - Fließbandproduktion in Deutschland (Opel)
1945 - VW-Käfer Produktion (VW)
1976 - Gurtpflicht in Deutschland
1980 - Serienmäßige Airbags
1985 - Katalysator
1993 - Einparkhilfe
1997 - Hybridantrieb in Massenproduktion (Toyota)

Streit der Nationen, wer das Automobil erfunden hat
Mehrere Nationen streiten sich seit Jahrzehnten darüber, wer denn eigentlich das Automobil erfunden hat.

Frankreich:
Bereits 1769 soll der Militäringenieur Nicolas-Joseph Cugnot einen Kraftwagen gebaut haben. Es handelt sich dabei um ein dreirädriges "Irgendwas" mit Dampfantrieb, welches als Transportmittel für Geschütze gedient haben soll. Auch soll Alphonse Beau de Rochas bereits im Jahre 1862 den Viertakter erfunden haben, also fünf Jahre vor Nicolaus Otto.

Niederlande:
Der flämische Missionar Ferdinand Verbiest soll 1672 in Peking einen dampfgetriebenen Wagen entwickelt haben.

Italien:
Die Italiener berufen sich auf Skizzen von Leonardo da Vinci (1452 - 1519):

Großbritannien:
Postkurierdienste benutzen 1820 Dampfkutschen und 1829 verkehrte ein Dampflinienbus zwischen London und Bath.

Letztendlich ist aber trotzdem das Jahr 1886 das offizielle Geburtsjahr des Automobils. Benz und Daimler dokumentieren ihre Konstruktionen, wiesen die Funktionsfähigkeit ihrer Erfindungen nach und Benz reichte sein Patent ein.

Anmerkung:
Es wäre schön, wenn der ein oder andere User hier sein allererstes Auto vorstellen würde. Könnt´ Ihr Euch noch daran erinnern? Welches Modell? Welche Farbe? Wieviel PS? Wie haben sich Euere Wege getrennt?

Blondie

webpirat
27.01.2011, 18:06
Es wäre schön, wenn der ein oder andere User hier sein allererstes Auto vorstellen würde. Könnt´ Ihr Euch noch daran erinnern? Welches Modell? Welche Farbe? Wieviel PS? Wie haben sich Euere Wege getrennt?

Blondie

Klar, habe gerade ein Häppchen Zeit, bis der Bus kommt.

Mein allerallererstes eigenes Auto war ein bildschönes rotes Glas 1300 Cabrio, den hab ich kurz nach der Führerscheinprüfung unserem Nachbarn für 300 DM abgekauft, bei dem er in der Garage vor sich hin rostete. Die Türschweller waren durch, aber er hatte ein fast neues Faltverdeck. Motor war o.k., aber der TÜV war abgelaufen.

Den fuhr ich mit einer roten Nummer zu meiner Zivi-Dienststelle in Reutlingen. War ein super Gefühl, es war ein richtiger Sportwagen, man saß fast auf dem Boden.

Ich bin leider nie dazu gekommen, ihn fachmännisch instandsetzen zu lassen, so konnte ich ihn mir nur täglich angucken. Irgendwann verkaufte ich das Cabrio an einen Bekannten weiter. Der scherte sich wenig um den fehlenden TÜV und fuhr mehrmals damit nach Tübingen. Frage mich keiner mit welchem Kennzeichen. Einmal kam er zu dem geparkten Auto und sah zwei Polizisten, die um den Wagen herumliefen. Er zog es dann vor, unbeteiligt weiterzugehen. Weder mich noch meinen Bekannten konnte die Polizei seinerzeit als Halter herausfinden. Später erfuhr ich, dass das Auto zur Versteigerung kam.

Ich habe seitdem nie wieder ein Glas 1300 Cabrio gesehen. Glas war das Unternehmen, das auch das Goggomobil baute, es wurde später von BMW übernommen.
Ich schätze, wenn ich den damals hätte herrichten und konservieren lassen, dann würde ich heute einen Batzen Geld für den Oldtimer kriegen. Es wurden von dem Modell nur wenig mehr als 100 verkauft, hab' ich irgendwo mal gelesen.

Mein zweites Auto war dann ein roter NSU 1200C mit Heckmotor und TÜV.


:pirat: webpirat

Blondie
27.01.2011, 23:49
Zitat von webpirat:
Mein allerallererstes eigenes Auto war ein bildschönes rotes Glas 1300 Cabrio

Webbie, was für ein Zufall...:top: Auch mein erstes Auto war ein Cabrio - ein weißer Triumph Spitfire mit Holzarmaturen und voll verspoilert. Was war ich stolz auf dieses kleine Auto und mit etwas Organisationstalent konnte man sogar mind. 2 Reisetaschen unterbringen....:wild:.

Leider wurde dieser kleine Traum wohl nur für Wochenend-Ausflüge entwickelt, denn ich schrottete in den 5 Jahren drei Motoren und mind. 8 Auspuffkrümmer. Allerdings fuhr ich über einen längeren Zeitraum jedes Wochenende ca. 700 km, was für dieses kleine Auto wohl nicht vorgesehen war. Mein Spitfire war eine Spardose ohne Ende. Aber es war ein absolut irres Gefühl, wenn Du bei schönem Wetter offen gefahren bist. Und aufgefallen ist man allemal.

In den 70iger Jahren, als die Verkehrsordnung noch sehr lasch gehandhabt wurde, fuhr ich einmal mit dem Zweisitzer mit 7 Freunden durch München - Schwabing. Das war voll krass. Ich glaube, das war nach einem Konzert von "Cool and the Gang".

Tja, nach 5 Jahren habe ich meinen "Speedy" gegen eine 650er Kawasaki getauscht und nach dieser wunderschönen "Rockerzeit" bin ich auf Solideres umgestiegen: Einen 500er Mercedes mit 260 PS. Aber das ist eine andere Geschichte......:top:

Blondie