Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wertpapieranalyse – Umsetzung auf Roulette
kawa4711
22.01.2005, 19:41
Nun nochmals ein freundliches Hallo ins Forum :wavey2: .
Ich möchte mich nun kurz vorstellen: Ich lebe in Wien, war jahrelang ( 25 Jahre) im Wertpapiergeschäft tätig und habe mich auch nebenbei mit Roulette beschäftigt.
Da ich mich auch eine lange Zeit mit der technischen Aktienanalyse beschäftigt habe, sind mir gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden „Glückspielen“ Roulette und Wertpapier(wobei ich als Wertpapiere im engeren Sinn nur Wertpapiere von der Aktie aufwärts hier als solche bezeichne) aufgefallen.
Ich habe daraufhin versucht, die beiden „Spiele“ mit den gleiche Analysemethoden auf Regelmäßigkeiten bzw. Ähnlichkeiten zu untersuchen, was mir aber aufgrund der extremen Schwankungen beim Roulette bis jetzt leider noch nicht so gelungen ist, wie ich es mir vorstellte. Aber vielleicht bin ich auch durch meine jahrelange Wertpapiertätigkeit zu fixiert und ich sehe das Nahe liegende nicht.
Nun meine Frage ans Forum: hat sich jemand bereits mit dem Versuch der Umsetzung von Wertpapieranalysemethoden auf das Roulette beschäftigt oder besteht Interesse daran?
Nun mal genug fürs erste .
Bei Interesse mehr
LG
kawa4711
Nichts für ungut, aber bei der WP Analyse kommen doch ganz andere Fakten als beim Roulette zum tragen.
Man könnte noch eine Art Charttechnik versuchen, aber dabei ist immerhin das Problem, dass Dir nur wenige Stunden Zeit bleiben um einen Trend festzustellen.
Wo wir dann zum nächsten Problem kommen, dass weder Kugel noch Kessel ein Gedächtnis haben, ganz im Gegensatz zum WP.
Was vielleicht helfen würde, wäre eine Trend- und/oder Chartanalyse des Wurfverhaltens des Croupiers.
Hier kommst Du allerdings zu dem Problem, dass viele Casinos sehr lange Croupier-Umlaufzeiten haben.
Aber hier könnte vielleicht was gehen, sofern man nur ausreichend Ausdauer hat.
Bei Online-Casinos sieht das etwas anders aus, da die "Zufallszahlen" von der Stromfrequenz abhängig sind (50 Hz in Europa, 60 Hz in USA)
Hier würde in jedem Fall was gehen, aber da äussere ich mich im offenen Bereich nicht drüber.
Wobei ich nicht glaube, dass man die Schwankungen bei Analysen von Hand spüren würde. Aber das ist nur eine Vermutung.
kawa4711
22.01.2005, 20:15
Nun , da gebe ich Dir vollkommen recht, daß eine reine klassische Wertpapieranalyse nichts bringt, ich habe Versuche in Richtung Trendfolgeindikatoren unternommen, wobei aber eine reine Übernahme der Zahlenfolgen nichts bringt.
Ich machte auch eine Reihe von Versuchen mit WW , wobei aber bedingt durch WW 0-18 eine relativ hohe Schwankungsbreite auftritt, die man bei Aktienkursbewegungen nicht in der Ausprägung findet (außer in Einzelfällen nach Aussetzen eines Aktienkurses auf grund von News pending und der darauffolgenden Neueröffnung des Aktienkurses mit einem GAP von einer größeren prozentualen Kursabweichung -Plus oder auch Minus-zum jeweiligen Schlusskurs).
Ich dachte auch an die alleyettschen Figuren , die ja doch wenn man die entsprechende Figurengröße nimmt, doch glaube ich bis zu 256 verschieden Figurenbilder bilden kann, das wäre ja auf Aktienkurse umgelegt eine gewaltige "Kursgröße".
Nur kann ich, da ich in bezug auf Programmierungen eher schwach bin (habe einen Bürokollegen,der dies teilweise für mich macht) aber leider nicht beurteilen, ob die Schwankungen relativ geglättet ablaufen oder auch eher extremen Schwankungen unterliegen, aber das ist nur so eine Idee, da ich in derzeit meinen Überlegungen etwas festgefahren bin.
Hallo kawa4711,
dieses Thema taucht immer wieder einmal auf.
Börse und Roulette sind aber zwei sehr verschiedene Themen.
Ich für meinen Teil denke, dass der wesentliche Unterschied darin besteht, dass z.B. die Aktien seit der Weltwirtschaftskrise, also nach 1933 im Schnitt jährlich 8% zugelegt haben. Das heißt also, schon im Gleichsatz wurde ein enormer Gewinn erzielt.
Beim Roulette zeigt die Grundtendenz wegen des Bankvorteils aber mit den entsprechenden Schwankungen nach unten. Ein Gleichsatzspiel führt hier früher oder später zum Ruin.
Zusätzlich gibt es noch einen gravierenden Unterschied zwischen Börse und Casino:
An der Börse gibt es für jede Bewegung einen Grund.(Angebot/Nachfrage) Nichts passiert zufällig. Dort gibt es auch gelegentlich vorhersehbare Kursbewegungen z.B. wegen Gewinnmitnahmen oder politischen Ereignissen.
Eine Vorhersage beim Roulette ist dagegen weder kurz- noch langfristig möglich, weil es zwischen den einzelnen Coups keine objektiven kausalen Zusammenhänge gibt.
sachse
kawa4711
22.01.2005, 20:49
Hallo, Sachse,
das ist schon richtig, doch haben gewisse technische Analysemodelle (speziell im Derivatbereich) vorzügliche Ergebnisse ausgewiesen. Es ist schon richtig, daß die Börsen (nicht die Einzelaktien) einen kontinuierlichen Anstieg aufweisen). Es gibt aber auch eine Vielzahl von Wertpapieren, die sich zyklisch in gewissen Bandbreiten bewegen und dadurch "berechenbar" werden, das bringt aber dem durchschnittlichen Anleger meist wenig, da die Gewinne meist von den Spesen aufgefressen werden. Viele Analysemodelle (speziell volumensbezogene Analysemethoden sind für Roulette nicht zu verwenden, da es für das Erscheinen eines Ereignisses beim Roulette unerheblich ist, wieviele Spieler welche Summen auch immer setzen) sind sicher nicht brauchbar, aber vielleicht liegt speziell bei einer Reihe von nichtvolumensbezogenen Analysemethoden eine Möglichkeit.
Nun ich werde im Rahmen meiner technisch begrenzten Möglichkeiten weitere Überlegungen anstellen und mein Langzeitgedächtnis in bezug auf meine früher verwendeten Analysemethoden anzapfen.
kawa4711
Hallo kawa 4711,
ich muss in dem Fall meiner Linie als chronischer Neinsager treu bleiben und bezweifle jeglichen Erfolg, beim Versuch, Börse und Roulette unter der gleichen Prämisse zu betrachten.
sachse
Carlo hat's gemerkt: Es heißt natürlich Prämisse und nicht Promisse.
Hatte ich da zuviel Promille im Kopf?
kawa4711
23.01.2005, 08:43
Hallo, Sachse, respektiere Deine Meinung, denn nur aus einer Meinungsvielfalt kann Kreatives und Neues entstehen, da ich jedoch davon überzeugt bin, daß in dieser Richtung (wahrscheinlich in Kombination mit anderen Faktoren) etwas zu finden sein wird werde ich trotzdem weiterforschen
kawa4711
kawa4711
23.01.2005, 08:54
@ Pleingewinnerin
wie kommst Du zu dieser Meinung? Hast Du Dich schon mit Wertpapieranalysen auseinandergesetzt? Es ist schon richtig, daß die meisten Börsenkurse aus Gewinnerwartungen (falschn oder richtigen), Gerüchten, Insidertrades u.ä. entstehen, viele aber auch durch computergenerierte Signale und da kann man dann nicht mehr von fundierten Kaufüberlegungen ausgehen.
Ein bekannter Böresncrash /der mich leider auch teilweisem erwischt hat) ist übrigens durch die "Macht der Maschinen" - sprich durch "Computerprogramme" ausgelöst wurde, die dann in einer Eigendynamik Verkaufssignal nach Verkaufssignal auslösten und so ein "Blutbad" anrichteten.
Diese Unlogik (Aktien mit einem allein durch Grundbesitz um sagen wir mal 150 DM wurden um die Hälfte gehandelt).
Aber vielleicht habe ich zu wenig in diese Richtung ( atypische Kursbewegungen) geforscht
kawa4711
kawa4711
19.02.2005, 11:19
Hallo an alle, die sich mit Wellenbewegungen im Roulette auseinandergesetzt haben, wobei mir sicher bewußt ist, daß der Aktienmarkt nur - wenn überhaupt- nur bedingt aufs Roulettespiel umsetzbar ist:
Ich habe wieder einmal in meinen alten Wertpapieraufzeichnungen nachgekramt und mich dabei an einen Bürokollegen erinnert, der immer wieder basierend auf der Elliot-Wavetheorie versucht hat, Gewinne einzufahren.
Vielleicht wäre hier ein Ansatzpunkt zu finden:
http://www.terminmarktwelt.de/elwave/elwave_principle1.htm
http://www.elliott-today.com/zyklen2.htm
http://www.fxmarkets.de/chart/elliot.htm
LG
kawa4711
Absolute Beginner
22.02.2005, 13:58
Hallo alle miteinander !
Tut mir leid, wenn ich im ersten Beitrag gleich so negativ auftrete, aber im Bereich der Wertpapieranalyse kenne ich mich (anders als im Roulette, jedenfalls was die Praxis angeht) doch recht gut aus und kann daher der Idee, Analysemodelle auf das Roulette anzuwenden, absolut nichts abgewinnen.
Die angesprochenen technischen Modelle basieren allesamt letztendlich auf der Tatsache, dass Börsenkurse keinesfalls zufällig entstehen, sondern von den verschiedensten Einflussfaktoren abhängen, deren wichtigster wohl gewisse (massen-)psychologische Verhaltensmuster beim Anleger sein dürften. So ziemlich nichts passiert an der Börse zufällig - beim Roulette hingegen absolut alles.
Beispiel : Einem erkennbaren Trend zu folgen macht an der Börse Sinn, da aufgrund der häufig nur zögerlich erfolgenden Meinungsänderung des Anlegers ein Abbruch desselben nur langsam und häufig vorhersehbar erfolgt - beim Roulette hingegen kann jeder Trend sofort und ohne Vorwarnung abbrechen und jeder Favorit jederzeit unvermittelt zum Ausbleiber werden.
Fazit : Ob mathematisch etwas geht oder nicht, kann ich nicht beurteilen - über Methoden der Wertpapieranalyse geht jedenfalls definitiv nichts.
P.S. @kawa : Der Versuch Deines Kollegen, mittels Anwendung der Elliot-Wellen-Theorie gute Gewinne zu erzielen, dürfte doch wohl eher gescheitert sein, oder ?
Die praktische Anwendbarkeit dieser Methode geht aufgrund der nahezu unendlichen Interpretationsfähigkeit der Ergebnisse meiner Erfahrung zufolge stark gegen Null ...
Hallo Absolute Beginner,
ich freue mich, dass ich einen Gleichgesinnten gefunden habe, denn m.E. nach liegt der Kardinalfehler aller Rouletteforschungsversuche darin, das Roulette wie einen Chart zu betrachten.
Letztlich verglich jemand die Wellenbewegungen der Permanenz sogar mit einem Auto, welches auch nicht sofort von 200 auf 0 abbremsen kann, ohne daran zu denken, dass Zahlenfolgen eben keine Masseträgheit besitzen.
An der Börse findet dieser Effekt jedoch statt, wie Du sagst, weil das Zögern und Abwägen, kurz die Summe aller Entscheidungen ähnliche Verzögerungs- und Trägheitsmomente zeigen wie eine Masse in der Physik.
Leider habe ich an der Börse trotz Kenntnis dieser Erscheinungen noch keine Strategie gefunden(auch noch nicht mit Volleinsatz gesucht), die dem KG vom Ertrag her überlegen wäre.
sachse
Absolute Beginner
22.02.2005, 15:40
@sachse : Nun, darin liegt wohl die einzige Übereinstimmung zwischen Roulette und Börse - gewinnsichere Strategien gibt es weder da noch dort ...
Der Vergleich der Trägheit der Anlegermeinung mit der Trägheit der Masse gefällt mir ausgesprochen gut und trifft den Nagel wohl auf den Kopf. Ich hatte irgendwann schon mal gedacht, die Börse verstanden zu haben - mittlerweile weiß ich immerhin schon mal, dass das leider völlig unmöglich ist.
Ansonsten liege ich zwar mit meinen Börsenaktivitäten ebenso wie mit meinen bisherigen Casinoerfahrungen (bisher nicht mit Roulette) noch im Plus, bin mir aber bewusst, dass sich das jederzeit auch ändern kann. In beiden Bereichen lässt sich mit der nötigen Erfahrung und einer strikten Selbstdisziplin sicherlich in sehr begrenztem Umfang etwas erreichen - aber eben nie mit 100 %iger Sicherheit.
vBulletin® v3.8.6, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.