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Roulette-Board
04.01.2005, 23:16
Verhalten bei BJ-Turnieren
Folgende Abhandlungen stammen aus dem Roulette-Magazin (http://www.roulette-magazin.com),
und durften freundlicherweise von uns übernommen werden.
:excl:
Roulette-Board
04.01.2005, 23:17
Black Jack-Turnier-Strategie: Das richtige Spiel zum richtigen Zeitpunkt
Manchmal ist das richtige Spiel bei einem Black Jack-Turnier nicht von mathematischen Wahrscheinlichkeiten und Glück abhängig, sondern auch die menschliche Komponente hat einen grossen Einfluss auf Erfolg bzw. Misserfolg. Beim Poker sagt man „Spiele nicht die Karten, sondern die Teilnehmer“. Mit anderen Worten, beim Poker ist das „Lesen“ der Mitspieler wichtiger als die Karten, die auf dem Tisch liegen bzw. in der Hand gehalten werden.
Beim Black Jack spielt dieser Aspekt nicht die Rolle wie beim Poker, aber die richtige Einschätzung der Mitspieler und ihrer vermeintlichen Entscheidungen kann dazu beitragen, den Erfolg bei Black Jack-Turnieren zu verbessern. Häufig unterscheidet sich das optimale Spiel, ob man gegen einen erfahrenen Turnierspieler oder gegen einen Anfänger spielt. So kann es durchaus vorkommen, dass eine Entscheidung, die im Normalfall „falsch“ ist, in speziellen Situationen das optimale Spiel darstellt.
Anhand eines Beispiels wollen wir näher auf diese Thematik eingehen. Nehmen wir an, Sie spielen bei einem Turnier, bei dem die Satzlimits 100 Euro bis 2.500 Euro sind. Sie haben 6.000 Euro angesammelt, Ihr einziger noch verbliebener Konkurrent hat 5.500 Euro vor sich. Nur der Sieger wird in das Finale einziehen.
Im Normalfall würden Sie in dieser Situation 400 Euro setzen, was eine 56%ige Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass Sie weiterkommen. In dieser Situation würde der „normale“ Einsatz Ihres Kontrahenten 1.000 Euro betragen, der damit rechnet, dass er vorne ist, wenn beide Einsätze gewinnen. Das ist in Wirklichkeit aber ein grosser Fehler, der Ihren Vorteil auf 60% anhebt, denn Sie könnten ja Gelegenheit zum Verdoppeln oder zum Teilen bekommen oder gar einen Black Jack erhalten. In diesen Fällen wäre Ihr Kontrahent auch bei Gewinn seines Einsatzes aus dem Rennen.
Was würde passieren, wenn Sie hingegen das Maximum von 2.500 Euro setzen?
Typische Reaktionen wären: Ihr Kontrahent setzt 1.900 Euro, die stärkste Massnahme. Der Einsatz ist „niedrig“ genug, um eventuell verdoppeln oder teilen zu können, er ist hoch genug, wenn er eine starke Hand erhält.
Er setzt das Minimum von 100 Euro. Dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich bei Spielern, die damit rechnen, dass der Gegner sich überkauft und man selbst gewinnt.
Ihr Kontrahent setzt auch das Maximum mit 2.500 Euro. So verhalten sich viele Anfänger. Sie denken, dass derjenige gewinnt, der im letzten Spiel die besten Karten erhält.
Die ersten beiden Optionen begünstigen Ihren Gegenspieler, sie sind noch schlimmer, als wenn Sie das Minimum einsetzen. Der „normale“ Einsatz von 400 Euro wäre hier noch besser. Wenn Sie nun aber der Ansicht sind, dass Sie das Verhalten Ihres Kontrahenten sehr gut einschätzen können und davon ausgehen, dass dieser auch das Maximum setzt, nachdem Sie 2.500 Euro auf den Tisch gelegt haben? Dann liegen Ihre Chancen bei 72%, dass Sie gewinnen (korrektes Basisstrategie-Spiel vorausgesetzt). Wenn Sie also der Ansicht sind, dass Ihr Mitspieler Ihren Maximum-Einsatz nachahmt, so setzen Sie das Maximum. Sind Sie zu der Überzeugung gekommen, dass er es nicht tun wird, so ist der 400 Euro Satz der richtige.
Natürlich gehört zu der Einschätzung der Mitspieler viel Erfahrung. Man kann aber auch viele nützliche Informationen sammeln, wenn man während der Vorrunden die potentiellen Gegner beobachtet und versucht, ihr Spiel einzuschätzen.
aus: Nr. 50, Janur 2005
Roulette-Board
12.02.2005, 18:33
Black Jack-Turnier-Strategie: Agressives Verdoppeln
In manchen Situationen, vor allem in den letzten Spielen (dem letzten Spiel) in einem Turnier, kann sich die Konstellation ergeben, dass ein Maximumsatz nicht mehr ausreichend ist, um den Führenden (die Führenden) zu erreichen bzw. zu übertreffen. In manchen von diesen Fällen kann durch aggressives Verdoppeln doch noch die Wende erreicht werden. Nach den europäischen Regeln ist das Verdoppeln ja auf die Situationen beschränkt, in denen der Spieler mit seinen ersten beiden Karten 9, 10 oder 11 Punkte erhält. Zusätzlich zu den Vorschriften der bekannten Basisstrategie, ergeben sich folgende Möglichkeiten beim Verdoppeln: Der Spieler verdoppelt mit 9 Punkten gegen eine 7 der Bank.
Der Spieler verdoppelt mit 10 Punkten gegen eine 10 der Bank.
Der Spieler verdoppelt mit 10 gegen ein As der Bank.
Der Spieler verdoppelt mit einem Black Jack!
Wie man an dieser Aufzählung sieht, sind die Möglichkeiten des Spielers bei Turnieren nach europäischen Regeln begrenzt, durch aggressives Verdoppeln zusätzliche Vorteile zu erlangen.
Ganz anders sieht es aus, wenn Turniere nach amerikanischen Black Jack-Regeln durchgeführt werden. Bekannterweise ist es nach diesen Regeln gestattet, jede aus zwei Karten bestehende Hand zu verdoppeln. In vielen Fällen reduziert das Verdoppeln einer Hand die Gewinnchancen, weil man nur eine Karte erhält und darauf verzichten muss, mehrere Karten ziehen zu können. Untersuchungen eines amerikanischen Black Jack-Experten haben jedoch nach einer Computersimulation Überraschendes ergeben: Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, in derartigen Situationen alle Hard- und Softhands mit Ausnahme der folgenden Punktzahlen zu verdoppeln: Hard 15 gegen ein As.
Hard 17 gegen eine 6.
Hard 18, 19 und 20 generell.
Wenn die ersten beiden Karten aus einem Paar bestehen, ist Teilen normalerweise günstiger (abhängig von dem Kartenpaar und der Aufkarte der Bank).
Aus den folgenden Beispielen gehen einige überraschende Ergebnisse hervor: Wenn man mit 12 Punkten gegen eine 6 der Bank verdoppelt, liegt die Gewinn-Wahrscheinlichkeit bei 40,7%, bleibt man stehen, so liegt sie nur bei 18,6 %!
Wenn man mit 15 Punkten gegen eine 6 der Bank verdoppelt, liegt die Gewinn-Wahrscheinlichkeit bei 31%, bleibt man stehen, so liegt sie nur bei 18,6%!
Wenn man mit 17 Punkten gegen eine 7 der Bank verdoppelt, liegt die Gewinn-Wahrscheinlichkeit bei 25,3%, bleibt man stehen, so liegt sie nur bei 23,7%!
Diese Ergebnisse der Computersimulation sind wahrlich erstaunlich und werden von vielen Turnierteilnehmern an amerikanischen Black Jack-Turnieren in die Tat umgesetzt, wie sich der Autor bei einigen Gelegenheiten in Las Vegas selbst überzeugen konnte!
aus: Nr. 51, Februar 2005
Roulette-Board
02.04.2005, 16:39
Welches ist die beste Strategie für Black Jack-Turniere?
Da die Anzahl der Black Jack-Turniere erfreulicherweise ständig zunimmt, beteiligen sich auch immer mehr Black Jack-Freaks an diesen Turnieren. Die meisten von ihnen sind dabei allerdings nicht sehr erfolgreich, weil sie ihr „normales“ Black Jack auch bei den Turnieren spielen. Bei diesen Turnieren herrschen jedoch „andere Gesetze“, weil jeder Teilnehmer nun nicht gegen die Bank, sondern gegen die übrigen Teilnehmer am Tisch spielt. Denn in der Regel kommen ja immer nur die besten zwei oder drei Teilnehmer eines Tisches in die nächste Runde.
Was am Anfang neu und ungewohnt für nicht so erfahrene Teilnehmer an einem Black Jack-Turnier ist, bezieht sich zum einen auf die Beobachtung der Mitspieler. Da diese ihre Jetons vor sich liegen haben – drei oder vier Spiele vor Schluss einer Runde werden alle Jetons zusätzlich noch einmal gezählt – kann ein aufmerksamer Spieler auch schon in einem frühen Stadium einer Runde auf die Strategien bzw. die Spielweise seiner Gegenspieler reagieren. In der Regel ist es ratsam, die ersten Spiele mit Minimum zu spielen, um zu sehen, wie sich die Runde entwickelt. Normalerweise werden in einer Runde 21 oder 28 Spiele gemacht.
Empfehlenswert ist es, wenn die ersten 10 bzw. 14 Spiele eher defensiv gespielt werden, also nur mit Minimumeinsätzen und ohne grosse Abweichungen von der Basisstrategie. Nun gibt es bei jedem Turnier „wilde“ Spieler, die gleich mit hohen Einsätzen in die Runde einsteigen. In den meisten Fällen sind das dann die Spieler, die zuerst die Segel streichen müssen, weil sie einfach „überpowert“ haben, d.h. zu hohe Einsätze im Vergleich zu ihrem gesamten Spielkapital getätigt haben. Wenn es allerdings passiert, was jedoch selten vorkommt, dass ein derartiger risikobereiter Spieler sein Kapital stark steigern kann, müssen die Mitspieler reagieren und ebenfalls entsprechend hohe Einsätze riskieren. Das aber nur in dem Fall, wenn beispielsweise nur ein Teilnehmer in die nächste Runde kommt. Qualifizieren sich zwei oder drei Teilnehmer für die nächste Runde, so kann man sich an den übrigen Mitspielern orientieren und so agieren, dass man zu denen gehört, die zum Schluss weiterkommen.
Der Beobachtung der Mitspieler ist also einer der über Erfolg und Misserfolg entscheidenden Faktoren. Der zweite Faktor für den Erfolg ist die richtige Spielstrategie. Normalerweise ist die bekannte Basisstrategie optimal, weil sie den Vorteil der Bank sehr stark reduziert. Wenn es aber darum geht, einen Konkurrenten zu schlagen bzw. dessen Punktestand zu übertreffen oder wenn nur noch wenige Spiele in der Runde zu machen sind, dann muss der erfahrene Turnierspieler von der Basisstrategie abweichen und alle Möglichkeiten nutzen, um sich zu qualifizieren. Dazu gehört: Alle Verdoppelungsmöglichkeiten wahrnehmen, auch z.B. mit 9 Punkten gegen eine 10 der Bank usw.
Alle Teilungsmöglichkeiten wahrnehmen, auch z.B. zwei Sechsen gegen eine 9 oder eine 10 der Bank.
Eventuelles Verdoppeln eines Black Jacks, wenn der zusätzliche Gewinn den entsprechenden Vorteil bringt.
Dieses Abweichen von der Basisstrategie ist, wie erwähnt, nur ratsam, wenn mit „normalem“ Spiel das Ein- oder Überholen von Konkurrenten nicht möglich ist.
Und ganz wichtig ist, dass der Spieler für die letzten fünf, sechs Spiele einer Runde noch genügend Kapital hat, um auch Verdoppelungen und Teilungen mit hohen Einsätzen durchführen zu können. Denn über 90% aller Entscheidungen bei Black Jack-Turnieren fallen in den letzten Spielen, häufig sogar erst im letzten Spiel.
Aber eines darf auch der beste und erfahrenste Black Jack-Spieler niemals vergessen: Er kann seine Fähigkeiten bei einem Black Jack-Turnier nur dann ausspielen – und hier gleicht Black Jack dem Pokerspiel – wenn er zumindest durchschnittlich gute Karten bekommt. Mit schlechten Karten kann man in der Regel nicht gewinnen, wenn die Konkurrenten dagegen vom Glück begünstigt werden. Und Glück spielt bei der kurzen Spieldauer (21 oder 28 Spiele) immer eine Rolle und entscheidet nicht selten über den Erfolg.
aus: Nr. 53, April 2005
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