Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Roulette, Blaise Pascal und
dazligth
13.12.2004, 22:29
"Wer auch immer der Erfinder des Roulettes sei, er ist der Schöpfer eines in jeder Hinsicht vollendeten und tiefdurchdachten Meisterwerkes. Die Konstruktion selbst, das Inbetriebsetzen dieser Maschine, die Verteilung der Nummern, die Kombinationen, der Grundsatz und die Art der Gewinnberechnung - all dies trägt die Merkmale von Genialität und ist der Bewunderung wert."
Unbekannt 17. Jahrhundert
Aus Asien nach Europa
Die Ursprünge des Roulette sind weitgehend unbekannt. Einige Quellen berichten, daß im 16. Jahrhundert französische Missionare die Grundidee, die mathematische Basis sowie den philosophischen Hintergrund aus dem fernen China nach Frankreich importierten. Dort angekommen, verbreitete sich die "Philosophie des Roulette" in den Kreisen der Intelligenz. Schriftlich belegt ist, daß sich ein großer Mathematiker dieser Epoche dieses Gedankengut zu Eigen machte oder unabhängig von den, für die damaligen Verhältnisse doch eher verwirrenden mathematisch - philosophischen Zahlenkombinationen den Urvater des Roulette entwarf: Blaise Pascal (1623 - 1662).
Pascal entwarf und konstruierte während seiner langjährigen Studien zur Wahrscheinlichkeitsrechnung ("Die Geschichte des Roulette oder Trochoide oder Cyloide" sowie "Abhandlung über das Roulette und die Dimensionen aller Kurven des Roulette" Erschienen 1649. Aktueller Verlag unbekannt.) eine Maschine mit einem sich drehenden Zylinder und genau festgelegten Zahlenfolgen und Kombinationen.
Diese Maschine sollte Pascal bei seinen Aufzeichnungen der von ihm selbst aufgestellten Zufallstheorien unterstützen. Verblüffend ist, daß noch heutzutage, im zuendegehenden 20. Jahrhundert, im Grunde immer noch die gleiche Konstruktion des Roulette verwendet wird.
An eine Nutzung seiner Erfindung zum Zwecke des Glücksspiels hatte Pascal sicherlich nicht gedacht. Sein sich drehender Zylinder blieb jedoch nicht im Verborgenen. Neben den elitären, wissenschaftlichen Zirkeln dieser Zeit, die die Konstruktion Pascals mit Interesse, aber auch erheblicher Skepsis beobachteten, wurde auch die Kirche auf das Roulette aufmerksam. Früh erkannte Sie das "Potential" welches sich in dem drehenden Zylinder befand und wurde nicht Müde auf "ketzerische" Elemente hinzuweisen.
z.B. Alle Zahlen zusammen 666.
666 ist jedoch auch zerlegbar in 6 x 111.
18x37=666.
Es gibt zwei Hälften die jeweils kummuliert 333 ergeben!
dazligth
14.12.2004, 11:45
BLAISE PASCAL:
Südlich von Grenoble liegt das Dorf PONSONNAS.Es hat nur ein paar hundert Einwohner,aber ein CHateau.Das ist der Stammsitz Blaise Pascals.Er war vorwiegend Religions-und Naturphilosoph,aber auch Physiker und Mathematiker.
Beeinflußt von seiner religiöser Denkart und der Naturverbundenheit,wurde er der Begründer der naturphilosophischen Lehrmeinung,daß sich,in ähnlichen Verhalten der Himmelskörper und der zyklischen Erneuerung der Natur,auch alle anderen Daseinserscheinungen des Weltalls im Kreise bewegen.
Wie die Legende berichtet,soll ihm ein befreundeter Wissenschaftler ein Zahlenglücksrädchen aus China mitgebracht haben.Dieses Spiel mit seinem scheinbar unkontrollierbaren Zahlenanfall soll Pascal die Anregunmg gegeben haben.den Gestzmäßigkeiten der Zufallszahlen nachzugehen.
Er verbesserte das Glücksrädchen in technischer Hinsicht,um alle Widerstände aus dem Weg zu räumen,die einen gerechten Anfall der Zufallszahlen hätten beeinträchtigen können.In Ahnlehnung an das franz. Zeitwort "rouler"=rollen gab er seiner Glücksmaschine den Namen Roulette.
Man darf unterstellen,daß Pascal auch Kenntnis von den Regeln des Glücksrädchen erlangt hat.Sicher hat der in dem Spiel verborgenen spekulative Gedanke des Herausforderers(Bankhalter)sein besonderes Interesse erwckt.
Pascal erkannte,daß es bei gerechten,d.h. völlig unbeeinflussten Spielen(Kugelwürfen) nicht in der Macht des Kugelwerfers(Croupiers) liegen kann,die Spielergebnisse in eine gewollte Richtung zu beeinflussen.Nach seiner Meinung konnte das Problem des Spieles,einen in der Zukunft liegenden Treffer vorauszusagen,nur in der schwer erkennbaren GESETZMÄßIGKEITEN der Zufallszahlen zu suchen sein.
Die von Pascal erstmalig angestellten empirischen Versuche bestätigen die von ihm vermuteten Kreisläufe der Zufallszahlen.Er nannte diese Kreisläufe ZYKLOIDE(Zyklus=Kreis).In einem Werk über die Eigenschaften der Zykloide,die Kombinationslehre und Wahrscheinlichkeitsrechnung fanden die Ergebnisse ihren Niederschlag.Mehr hat Pascal darüber nicht hinterlassen.Die häufig geäußerte Vermutung,Pascal habe auch eine Lösung des Rouletteproblems ausgearbeitet und als Geheimnis mit ins Grab genommen,entbehrt jeder Grundlage.
dazligth
14.12.2004, 12:02
Weitere Infos hier:
http://www.blaise-pascal.de/
dazligth
20.12.2004, 13:17
Ein Kreis hat 360° es gibt 36 Zahlen im Roulette die eine Wertigkeit bestitzen, vielleicht aber auch nur vielleichgt gibts da eine Analogie... deshalb folgendes:
Die Druiden waren nämlich diejenigen, die sich mit Sonne, Mond und Sternen beschäftigt haben. Und so stellten sie irgendwann fest, dass die Sonne jeden Morgen an einer etwas anderen Stelle aufgeht und an entsprechend weitergerückter Stelle wieder unter geht. Wenn man diese Beobachtung nun das ganze Jahr lang weiter führt, stellt man fest, dass die Sonne ungefähr 360 Tage braucht, um ein mal um den Horizont, also ein mal im Kreis zu wandern. Schlaue Mathematiker leiteten später dann daraus ab, die Sonne bewege sich jeden Tag ungefähr ein Grad weiter, was dann auch bedeutet, dass ein Jahr 360 Tage hat. Wegen früherer Ungenauigkeiten hat man die Länge eines Jahres später auf 365 Tage korrigiert. Die Bank rechnet heute noch mit 360 Tage pro Jahr die Zinsen für die Konten aus, weil 30-Tage-Monate einfacher zu rechnen sind.
Zu allem Vorteil lässt sich 360 auch noch durch ziemlich viele Zahlen teilen, ohne dass ein Rest bleibt.
dazligth
21.12.2004, 12:12
Relativitätstheorie
[lateinisch + griechisch]
von A. Einstein geschaffene Erweiterung der klassischen Physik; wurde veranlasst durch den negativen Ausfall des Michelson-Versuchs, bei dem durch "Bewegung" des Lichtes im "ruhenden Äther" der Äther im Weltraum als absolutes Bezugssystem nachgewiesen werden sollte. Nach dem Versuch pflanzt sich das Licht relativ zu einem bewegten Körper nach allen Seiten gleich schnell fort, im Widerspruch zur klassischen Physik. Einen Lösungsversuch gaben G. Fitzgerald und H. A. Lorentz an: jeder relativ zum Äther bewegte Körper erleidet in Bewegungsrichtung eine Verkürzung (Lorentz-Kontraktion). Die Aufstellung der Lorentz-Transformation (Überführung der Koordinaten [Zeit als 4. Koordinate] eines Bezugssystems in die eines anderen) führte zu einem richtigen Ergebnis.
Eine grundsätzliche Lösung brachte die spezielle Relativitätstheorie (1905). Sie postuliert: Die Lichtgeschwindigkeit ist von der Bewegung eines Systems unabhängig; es gibt keinen physikalischen Versuch, durch den bei gleichförmig-geradlinig bewegten Bezugssystemen eine absolute Bewegung festgestellt werden kann; nur relative Bewegungen sind beobachtbar; physikalische Gesetze müssen vom Bezugssystem unabhängig (invariant) sein. Folgerungen hieraus sind: Einem ruhenden Beobachter erscheint eine Zeitspanne in einem bewegten System größer (Zeitdilatation, Uhrenparadoxon), außerdem erscheint ihm die Länge eines bewegten Gegenstands in Bewegungsrichtung verkürzt (Längenkontraktion). Zeit und Raum sind also relative Begriffe (Gleichzeitigkeit), ebenso die Masse (m) eines Körpers, die von seiner Geschwindigkeit (v) abhängt; sie nimmt gegenüber der Ruhemasse (m0) zu; bei Lichtgeschwindigkeit © würde sie unendlich groß werden, d. h. die Lichtgeschwindigkeit ist die größtmögliche Geschwindigkeit überhaupt, mit der Energie (Masse) transportiert werden kann. Eine weitere Folgerung ist die Äquivalenz von Masse und Energie (E = m·c2). Atom, Kernphysik, Masse.
Eine Erweiterung der speziellen Relativitätstheorie auf beschleunigte Bezugssysteme ist die allgemeine Relativitätstheorie (1915). Nach ihr ist es nicht möglich, die Wirkung von Gravitation und Beschleunigung zu unterscheiden; vorausgesetzt ist die Wesensgleichheit von schwerer und träger Masse (Äquivalenzprinzip). Folgerungen hieraus sind u. a.:
1. Ablenkung eines Lichtstrahles im Gravitationsfeld (z. B. der Sonne).
2. Ein erweitertes Gravitationsgesetz in Form einer unendlichen Reihe, deren erstes Glied mit dem Newton'schen Gravitationsgesetz identisch ist. Der Einfluss des zweiten Glieds findet seine Bestätigung z. B. in der Perihelbewegung des Merkur.
3. Rotverschiebung (Verschiebung der Spektrallinien nach der längerwelligen Seite des Spektrums) der Spektrallinien eines Sterns gegen die der gleichen Stoffe auf der Erde als Folge von (starken) Gravitationsfeldern.
Die allgemeine Relativitätstheorie ist als eine (erste) Physik des Weltalls anzusehen. Die "Welt" (Minkowskiwelt) ist vierdimensional (Zeit als vierte Dimension); ihre Geometrie ist nicht euklidisch (das Parallelenaxiom gilt nicht). Der Weltraum ist geschlossen und endlich, aber unbegrenzt; er ist nicht "eben", sondern "gekrümmt"; das Krümmungsmaß ist durch den "Radius der Welt" gegeben (Riemann'sche Geometrie). Die Anwesenheit von Materie beeinflusst die Raumstruktur. Raum und Zeit sind in einer Art Union (Raum-Zeit-Kontinuum). Praktische Bedeutung hat die Relativitätstheorie durch die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit für die Synchronisation des Weltuhrensystems und für moderne Navigationsverfahren, die auf dem Laufzeitunterschied von Radiosignalen beruhen (Loran-Verfahren, GPS) erlangt. Gravitation.
dazligth
21.12.2004, 12:14
Hier ein Zitat eines Beitrags den mir RCEC geschrieben hatte:
hi daz
hast du dich schon mit der quantenphysik beschäftigt und der sogenannten verschränkung(ursache und wirkung)
es ist in etwa so
2 würfeln werdenunendlich weit auseinander geworfen
beide zeigen jedoch die gleiche augenzahl!
immerhin hat ein össy nämlich prof zeilinger damit den grundbaustein für teleportation und quantencomputer gelegt,(die haben sog noch mehr drauf),aber das gehört in ein eigenes forum
meine persönliche lebenserfahrung zeigt auch,es gibt im prinzip keinen reinen zufall
alles hat seinen grund
welcher nicht zufällig ist,sondern zu ca 2/3 bestimmung und 1/3 herbeigeführt
dazligth
24.12.2004, 11:19
Kismet hasm Paroli hat folgenden Link gepostet.
Philosophielexicon (http://www.phillex.de)
Daraus ein Auszug über Wahrscheinlichkeiten:
Wahrscheinlichkeit
Wahrscheinlichkeit ist ein Grad der Gewißheit, wobei die Gewißheit unterschiedliche Gründe haben kann.
Nach Platon ergibt bloße Wahrnehmung nicht Wahrheit, sondern Wahrscheinlichkeit (Tim. 78).
Arkesilaos hält die Erkennten der Wahrscheinlichkeit für möglich. Sie soll insbesondere für das Handeln maßgebend sein.
Ebenso wie Arkesilaos hielt Karneades Erkenntnis der Wahrheit für unmöglich, räumte aber ein, dass es Wahrscheinlichkeiten gebe.
Karneades unterschied drei Grade der Wahrscheinlichkeit:
das einfach Wahrscheinliche
das Wahrscheinliche und Widerspruchsfreie
das Wahrscheinliche, Widerspruchsfreie und Prüfbare
Aristoteles studierte bereits Syllogismen mit wahrscheinlichen Urteilen.
Locke unterteilt die Erkenntnisse in Wissen und in wahrscheinliche Kenntnisse. Wissen liegt vor, wenn die Verbindung zweier Ideen nachgewiesen werden kann. Wenn der Zusammenhang zwischen Ideen nur ungenau nachgewiesen werden kann und erst durch Argumente beschrieben werden muss, haben die Kenntnisse nur einen höheren oder niedrigen Grad der Wahrscheinlichkeit.
Hume versteht unter probability den Grad der Gewißheit, dem noch Ungewißheit anhaftet. Hume unterscheidet:
die Wahrscheinlichkeitserkenntnis, die sich auf die Betrachtung des Zufalls gründet, und
die Wahrscheinlichkeitserkenntnis aus Ursachen.
Leibniz betrachtete das Fehlen einer Abstufung der Wahrheit nach Wahrscheinlichkeiten als einen Fehler der klassischen Logik. Für ihn ist die Wahrscheinlichkeit ein Maß für die Kenntnis eines Objektes.
Als klassische Wahrscheinlichkeit bezeichnet man die auf Laplace zurückgehende Definition der Wahrscheinlichkeit als Quotient aus der Anzahl der günstigen Fälle und der Anzahl aller möglichen Fälle.
Die statistische Wahrscheinlichkeit entstammt der Erfahrung. Zählt man bei häufiger Wiederholung eines Experimentes, wie oft ein bestimmtes Versuchsergebnis eintritt, und teilt diese Zahl durch die Anzahl der Versuche, so erhält man die relative Häufigkeit des Ereignisses.
Kiesewetter bezeichnet die klassische Wahrscheinlichkeit als logische Wahrscheinlichkeit, Fries und Bernoulli nennen sie mathematische Wahrscheinlichkeit, Windelband nennt sie wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit.
Die statistische Wahrscheinlichkeit nennt Kiesewetter reale Wahrscheinlichkeit. Bernoulli nennt sie empirische Wahrscheinlichkeit.
Die philosophische Wahrscheinlichkeit geht nach Fries von allgemeinen Grundsatz aus, die schon aus einem einzigen Fall einen Induktionsschluß ermöglichen. Eine philosophische Wahrscheinlichkeit besteht darin, dass wir eine Behauptung mit ihren Gründen vergleichen und, ohne diese vollständig erhalten zu können, doch überwiegende Gründe dafür haben.
Für die Kohärenztheorie scheint der Wahrscheinlichkeitsbegriff von Volkmann von besonderem Interesse. Er schreibt: "Wir halten für wahr, wovon wir vollkommen überzeugt sind. Kommt kein Prädicat zu diesem absoluten Vorzug, nimmt aber gleichwohl eines von ihnen den übrigen gegenüber den relativ höchsten Klarheitsgrad dauernd ein, dann nennen wir das Urteil, das dieses Prädicat dem Subjecte beilegt, wahrscheinlich" (Lehrb. d. Psychol. II 4, 297). Damit entspricht der Wahrscheinlichkeitsbegriff weitgehend meinem Begriff der Rechtfertigung.
Diesen beiden objektiven Begriffe der Wahrscheinlichkeit (mathematische und statistische Wahrscheinlichkeit) steht die subjektive Wahrscheinlichkeit, d. h. der Grad der Neigung, etwas für wahr zu halten, gegenüber.
Die Unterscheidung von objektiver und subjektiver Wahrscheinlichkeit geht wahrscheinlich auf Hofbauer zurück (Logik, § 419).
Insbesondere Mill vertritt einen subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff. Für ihn ist Wahrscheinlichkeit "nicht eine Eigenschaft des Ereignisses selbst, sondern ein bloßer Name für die Stärke des Grundes, wonach wir dasselbe erwarten" (Logik II, 67). (vorallem das ist wohl der Grund warum viele verliern... jetzt muß doch rot kommen!!! ;) )
In der heutigen Wahrscheinlichkeitstheorie verwendet man heute gewöhnlich keine expliziten Definitionen, sondern Axiomensysteme.
Carnap unterscheidet zwei Begriffe der Wahrscheinlichkeit:
der Grad der Bestätigung einer Hypothese durch Tatsachenaussagen,
die statistisch ermittelte durchschnittliche Häufigkeit mit der ein bestimmter Fall eintritt.
dazligth
03.03.2005, 16:25
Blaise Pascal, Gedanken, Reclam 1622, Stuttgart 1997
Eingeordnete Papiere 47/172:
"Wir halten uns nie an die Gegenwart. Wir rufen uns die Vergangenheit zurück; wir greifen der Zukunft vor, als käme sie zu langsam und als wollten wir ihr Eintreten beschleunigen, oder wir rufen uns die Vergangenheit zurück, als wollten wir sie festhalten, da sie zu schnell vorübereilte, wir sind so unklug, dass wir in Zeiten umherirren, die nicht die unsrigen sind, und nicht an die einzige denken, die uns gehört, und wir sind so eitel, dass wir an jene denken, die nichts sind, und uns unüberlegt der einzigen entziehen, die weiterbesteht. Das kommt daher, weil die Gegenwart uns meistens weh tut. Wir verbergen sie unserem Blick, weil sie uns betrübt, und wenn sie uns angenehm ist, bedauern wir, sie entschwinden zu sehen. Wir bemühen uns, sie durch die Zukunft abzusichern, und meinen die Dinge zu ordnen, die nicht in unserer Macht stehen, und das für eine Zeit, die zu erreichen für uns ganz ungewiss ist.
Jeder prüfe seine Gedanken. Er wird finden, dass sie ganz mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt sind. Wir denken fast überhaupt nicht an die Gegenwart, und wenn wir an sie denken, so nur, um aus ihr die Einsicht zu gewinnen, mit der wir über die Zukunft verfügen wollen. Die Gegenwart ist niemals unser Ziel.
Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; allein die Zukunft ist unser Ziel. Deshalb leben wir nie, sondern hoffen auf das Leben, und da wir uns ständig bereit halten, glücklich zu werden, ist es unausbleiblich, dass wir es niemals sind."
dazligth
30.08.2005, 11:58
Originally posted by dazligth@03.03.2005 - 18:25
Jeder prüfe seine Gedanken. Er wird finden, dass sie ganz mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt sind. Wir denken fast überhaupt nicht an die Gegenwart, und wenn wir an sie denken, so nur, um aus ihr die Einsicht zu gewinnen, mit der wir über die Zukunft verfügen wollen. Die Gegenwart ist niemals unser Ziel.
Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; allein die Zukunft ist unser Ziel. Deshalb leben wir nie, sondern hoffen auf das Leben, und da wir uns ständig bereit halten, glücklich zu werden, ist es unausbleiblich, dass wir es niemals sind."
Anküpfend an obiges Zitat möchte ich hier mal einen Auszug aus einem Brief von Blaise Pascal an den hochwürdigsten Herr Kanzler von 1645:
Erfindungen, die nicht bekannt sind, haben stets mehr Kritiker als Befürworter: Man tadelt jene, die sie ersonnen haben, weil man ihr Werk nicht vollkommen versteht; und durch ein ungerechtes Vorurteil bewirkt die Schwierigkeit, die man sich bei außerordentlichen Dingen vorstellt, daß man sie nicht angemessen prüft, um sie zu würdigen, sondern sie statt dessen verdächtigt, unmöglich zu sein, damit man sie hierauf als ungehörig zurückweisen kann. Im übrigen, hochwürdigster Herr, erwarte ich durchaus, daß unter so vielen Gelehrten, die selbst die letzten Geheimnisse der Mathematik ergründet haben, sich einige finden lassen, die meine kühne Tat von Anfang an würdigen, weil ich es mit meinen jungen Jahren und meinen äußerst geringen Kräften gewagt habe, auf einem ganz mit Dornen bedeckten Feld einen neuen Weg einzuschlagen, ohne daß ich einen Führer hatte, der mir dabei eine Richtung wies. Doch sie sollen mich ruhig anklagen und mich sogar verurteilen, wenn sie nachweisen können, daß ich nicht genau eingehalten habe, was ich versprach; und ich bitte sie nur um die Gefälligkeit, mein Werk zu prüfen, und nicht um die, es zu billigen, ohne es zu kennen.
Wär schön wenn jeder so an neue Erfindungen, Systeme, Denkansichten & -weisen etc. herangehen könnte.
Also erst prüfen und dann ein Urteil bilden!
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